Lebensmittel für den Müll?!

Am 16. Oktober ist Welternährungstag

Jeder achte Mensch auf der Welt leidet an Hunger – so ein Bericht der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO FAO. Dem gegenüber steht aber die unvorstellbare Menge von 1,3 Milliarden Tonnen Nahrungsmitteln die nicht den Weg auf die Teller der Menschen finden. In den reichen Staaten wird Essen aus verschiedensten Gründen einfach weggeworfen, in ärmeren Ländern treten die Verluste auch schon bei der Produktion oder Lagerung auf; so die Studie „Safe Food Report“ weiter.

Natürlich kann man diese Tatsachen als gegeben hinnehmen, denn ob jeder einzellne viel daran ändern kann ist eine nicht ganz leicht zu beantwortende Frage.

Ganz klar sind aber folgende Tatsachen erkennbar:

In vielen Ländern des Südens, deren Bevölkerung an Hunger leidet, werden Pflanzen kultiviert, die zur Versorgung der reichen Länder mit Futtermittel, Naturfasern, Treibstoffen, oder auch Genussmittel dienen. Und das noch dazu zu Preisen, die nicht die Produzenten selbst festlegen sondern ein „Weltmarkt“. Dieser Weltmarkt hat mit unter ein interessantes Steuerungsmittel – die Spekulationen an Börsen. Ja auch auf Nahrungsmittelpreise kann man spekulieren und damit „gutes“ Geld verdienen.

Die Futterpflanzen für die Fleischindustrie, oder auch Energiepflanzen für die sogenannten Biotreibstoffe haben oft wenig bis gar nichts mit den tratitionellen Argrargütern der Anbauländer zu tun, die in Zeiten vor dem globalen Nahrungsmittelmarkt zur Lebensmittelversorgung der Bevölkerung angebaut wurden.

Der österreichische Politiker Wolfgang Pirkelhuber (Die Grünen) formulierte, wie ich finde sehr treffend, einen Leitsatz der diesbezüglich für alle Argrarprodukte gelten sollte:

Teller vor Trog, vor Tank, vor Tonne – sonst haben wir keine Chance die Welt zu ernähren.

Das klingt jetzt aufs erste alles sehr abstrakt und für jeden einzellnen von uns als nicht lösbar. Klar ist, keiner von uns kann Spekulationen auf Nahrungsmittel unterbinden, oder keiner kann verhindern, dass z.B. in Brasilien rießige Flächen Regenwald abgeholzt werden, auf denen Soja als Futtermittel für die Europäische Schweinezucht angebaut wird usw. Dennoch sollten wir uns alle in einem ersten Schritt bewußt erkennen, dass das derzeit so läuft und dass das aber nicht zukunftsfähig sein kann. Nach dem Erkennen brauchen wir dann Schritte in Richtung einer Lösung die allen Menschen hilft.

Wer jetzt schon in eine andere, meiner Ansicht nach bessere Richtung gehen will, der achtet was er kauft, woher etwas kommt, was es mit Mindesthaltbarkeitsdaten auf sich hat, warum Bio besser ist, dass oft „gute“ Lebensmittel auch billiger sind usw.

Heute ist Welternährungstag, der dient in erster Linie dem „Bewußtmachen“ des Problems. Hier auf wildbrett.net werde ich das Thema in Zukunft öfter aufgreifen und auch den einen oder anderen Lödungsvorschlag präsentieren.

fth

fth steht für Franz T. Hauser: ist Anfang 30 und lebt in der kleinen Oststeirischen Bezirksstadt Weiz. Er arbeitet freiberuflich an diversen Softwareprojekten und beschäftige mich nebenbei noch mit Dingen wie, "grünem" Lebensstil, guten Filmen, Politik und was sonst noch alles in seinem Gehirn herumgeistert ...

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2 Antworten

  1. Neomai sagt:

    Hallo
    Eventuell macht der Einzelne ansich nicht viel aus, aber wenn immer mehr verantwortungsvoll einkaufen und vor allem nur das kaufen, was sie auch brauchen, kann man dieser Lebensmittelverschwendung entgegen treten. Letztenendes muss man immer erst einmal bei sich selbst anfangen und Veränderungen vorleben, damit sie auch auf andere übergreifen können.

    Viele Grüße
    Neomai

  2. fth sagt:

    Ja da stimme ich dir 100 prozentig zu. Je mehr Menschen sich ihrer Verantwortung bewußt werden, desto besser wird es schlußendlich uns allen gehen. Davon bin ich schon auch überzeugt. Dennoch befürchte ich, dass es nur mit Vorleben und Bewußtsein schaffen nicht schnell genug gehen wird … Anderenseits bin ich ja von Haus aus Optimist …

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