Population Boom – Ist unser Planet schon voll?

Ist unser Planet schon voll? Wie weit kann die Weltbevölkerung noch wachsen? Sind sieben Milliarden Menschen Schuld an Millionen Hungernden, an der Klimaerwärmung, oder gar am Kollaps des ganzen Ökosystems?

Diesen Fragen geht der österreichische Regiseur Werner Boote in seinem aktuellen Film Population Boom nach. Wie schon in seinem letzten Filmerfolg Plastic Planet bereiste Boote fast alle Kontinente um verschiedenste Menschen zum Thema zu Wort kommen zu lassen und um viele Vorurteile vor Ort widerlegen zu können.

Wie ein roter Faden zieht sich Bootes treuer Begleiter durch den Film, ein Regenschirm mit dem Logo der Weltbank drauf. Man könnte beinahe meinen er wäre von eben dieser gesponsert. Aber wer Boote kennt und wer im Film zuhören kann erkennt bald den tieferen Sinn der Requisite. In jedem im Film gezeigten Interview erfährt man ein Stück mehr, dass das was uns immer und immer wieder von Medien vorgekaut wird nicht stimmen kann. Und natürlich, dass es auch handfeste Interessen gibt, dass wir glauben dass unser Planet zu voll ist. In erster Linie sind es wirtschaftliche Interessen, dafür dürfte wohl der Weltbankschirm als Symbol gelten, aber natürlich auch Machtpolitische Interessen gilt es zu verteidigen.

Wieso gab es in China lange Zeit die ein Kind Politik, oder in Teilen Indien wird derzeit eine zwei Kind Politik verfolgt? Ganz klar, wer weniger Kinder hat, muss weniger Geld für Kinderbetreuung oder Bildung ausgeben. Was tut man mit dem Geld, das man mehr zur Verfügung hat? Man gibt es aus – für Konsumgüter eventuell sogar für Luxusgüter, jedenfalls für Dinge die dazu beitragen, dass die Wirtschaftsbilanz eines Landes deutlich besser aussehen lässt. Das würde bedeuten, dass ein Teil des wirtschaftlichen Aufbruchs in den oben angeführten Ländern damit zu tun hat, dass es weniger Kinder gibt. Völlig außer Acht gelassen wurden bei diesen Plänen natürlich, dass weniger Kinder kurz oder lang zu einer Überalterung der Bevölkerung mit all ihren Nachteilen führt, die in Europa schon länger diskutiert werden.

Als plakatives Beispiel wird eine Region Japans gezeigt, in der Hersteller von Windeln schon mehr Windeln für Senioren als für Babies verkaufen.

Die gezeigten Länder Afrikas entkräften vor allem ein Vorurteil. Je mehr Menschen auf dem Planeten leben, desto stärker wird unsere Umwelt belastet. Wenn man sich die Menschen in diesen Ländern ansieht, leben sie in einfachen Verhältnissen und sie sind glücklich damit. Sie brauchen und wollen keine SUV, keinen PC, … Für die Zerstörung der Natur im großen Stil ist nach wie vor eine kleine Minderheit der Weltbevölkerung verantwortlich. Das heißt das Problem sind nicht die Milliarden Menschen die gerne ein kleines Stückchen Fortschritt wollen, sondern die Millionen, die nur ein kleines Bißchen mehr Rücksicht auf die Umwelt nehmen müssten.

Die für mich bedeutendste Aussage, kam von einer Dame aus Bangladesch. Sie warf die Frage auf, wieso internationale Organisationen und die „reichen Staaten“ sich immer vehement für einen freien Warenverkehr und einen freien Geldverkehr einsetzten, aber immer wieder neue Anstrengungen unternommen werden den freien Personenverkehr einzuschränken.

Zusammenfassend kann ich nur jedem empfehlen sich den Film anzusehen und sich selber ein Bild zu machen. Weder ein Film noch mein Blog kann die Welt verändern, aber jeder Mensch sollte sich einfach Gedanken machen und Dinge in Frage stellen und dafür sind unterschiedlichste Meinungen notwendig und genau diese liefert auch dieser Film.

fth

fth steht für Franz T. Hauser: ist Anfang 30 und lebt in der kleinen Oststeirischen Bezirksstadt Weiz. Er arbeitet freiberuflich an diversen Softwareprojekten und beschäftige mich nebenbei noch mit Dingen wie, "grünem" Lebensstil, guten Filmen, Politik und was sonst noch alles in seinem Gehirn herumgeistert ...

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