Hackersichere App – Niederösterreich kanns – nicht?

Eigentlich wollte ich letzte Woche schon darüber berichten und eine These dazu aufstellen, nun hat mich die Zeit überholt und ich kann mir meine These sparen und einfach nur berichten.

Heutzutage hat fast jeder Jugendliche ein Smartphone und trägt dieses für gewöhlich auch fast rund um die Uhr bei sich. Also liegt es eigenltich nahe, dem Gerät einen noch größeren Nutzen zu geben als bloßes Telefonieren, SMSen , Facebooken, usw. Findige Politiker in Niederösterreich wollten für ihre jungen Landsleute einen Smartphonemehrwert erziehlen in dem Sie die gerne genutzte Jugenkarte des Landes als App anbieten wollten.

Auch als Ausweis genutzt

Neben vielen unter Anführeungszeichen trivialen Vorteilen, wie jugendrelevante News, Veranstaltungsankündigungen usw. sollte diese App aber aber auch eine Art Ausweisersatz sein. In einer Aussendung über die Austria Presse Agentur sprach man davon, dass die App der Exekutive einfachere Alterskontrollen etwa in Lokalen ermögliche. Die Umsetzung der Jugendschutzbestimmungen werde auch für Veranstalter von Veranstaltungen, die die Jugendlichen besuchen, erleichtert.

Sicher und Fälschungssicher

Bei der Präsentation der App sprachen alle beteiligten, und auch Bundespolitiker davon, dass die App fälschungssicher sei, und es sei nicht möglich eventuell kopien zu erzeugen, oder sonstige Manipulationen vorzunehmen.

Als ich das gelesen hatte wollte ich einen Grundsatzartikel über Sicherheit in der IT hier schreiben. Zeitmangel hielt mich davon ab und diesmal war es wirklich gesparte Zeit. Denn bereits gestern gab es auf orf.at die Meldung, dass die Jugendausweis App gehackt worden sei. Der zuständige Landesrat spricht in dem ORF Artikel es sei versucht worden, Zugriff auf einen Server zu erlangen, der Daten der Jugend-App beinhaltet, jedoch seien keine Daten entwendet worden. Dennoch sollen Sicherheitsupdates auf den entsprechenden Servern installiert worden sein. Und ein Update für die App soll auch schon bald folgen.

Die Österreichische Tageszeitung derStandard.at schreibt in seier heutigen Ausgabe schon ganz anders. Es wird berichtet, dass Hacker von Anonymous Austria auf sich auf Twitter schon über diverse technische Unzulänglichkeiten der App lustig machen.

Also von absoluter Sicherheit, wie es einige Politiker vergangene Woche lauthals versprochen haben kann keine Spur sein. Wie auch? Sogar Banken weißen des öfteren von selbst darauf hin, dass diverese online Dienste, die sie anbieten nicht 100 prozentig sicher sind. Und da wäre man, so bin ich mir sicher, bereit mehr Geld in die Sicherheit der Infrastruktur zu investieren, als für eine Jugendkarten – App.

Fazit

Ich finde es grundsätzlich eine gute Idee, den Jugendlichen diese Möglichkeit der App zu bieten. Ich halte es auch nicht für so schlimm, dass man eine App dieser Art manipulieren kann. Heute sind eben andere Kenntnisse als früher nötig. Zu meiner Schulzeit musste man den Umgang mit dem Kopierer perfekt beherrschen und eine gute gabe für Handschriften haben, und schon konnte man jünger in die Disco, oder Ermäßigungen länger nutzten … Richtig war es damals nicht und ich muss zu meinem eigenen Schutz sagen, dass ich auch immer ehrlich war – schließlich war meine Handschrift so grausam, dass an ein kopieren einer anderen nicht gedacht werden konnte – und richtig ist es heute nicht.

Aber genauso ist es nicht richtig von einer komplett fälschungs- sicheren IT zu sprechen.

fth

fth steht für Franz T. Hauser: ist Anfang 30 und lebt in der kleinen Oststeirischen Bezirksstadt Weiz. Er arbeitet freiberuflich an diversen Softwareprojekten und beschäftige mich nebenbei noch mit Dingen wie, "grünem" Lebensstil, guten Filmen, Politik und was sonst noch alles in seinem Gehirn herumgeistert ...

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2 Antworten

  1. Neomai sagt:

    Wenn allerdings durch ein Knacken der App den öffentlichen Verkehrsmitteln weniger Gelder zufließen (schließlich klingt mir die Jungencard nach einer Art Spartarif), kann es dadurch im schlimmsten Fall zu einer Erhöhung der Kartenpreise kommen und das wäre dann eine Auswirkung von wenigen auf alle.
    Darum finde ich persönlich es schon bedenklich, wenn es bei so einer App derartige Sicherheitsprobleme gibt. 😉

    Viele Grüße
    Neomai

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