Klimaschutz gegen Wirtschaftskrise?

Heute am 11. November beginnt in der Polnischen Hauptstadt Warschau der 19. Klimagipfel der Vereinten Nationen. Das Ziel der UNO ist es, bis Ende 2015 ein allgemein verbindliches Klimaschutzabkommen präsentieren zu können und diese Konferenz soll dafür ordentlich Vorarbeit leisten.

Klimaexperten sehen Zeitdruck

Achim Steiner, Direktor des UNO-Umweltprogramms (UNEP) stellte im Vorfeld der Konferenz fest, dass man zwar den richtigen Weg eingeschlagen habe, aber die Fortschritte würden viel zu langsam erziehlt werden. Dies würde dazu führen, dass wir uns trotz des Handelns noch immer weiter vom Ziel wegbewegen. Die Folge daraus ist, dass das Erreichen der Ziele immer unwahrscheinlicher wird.

2012 Rekordjahr

2012 hat die Konzentration von für den Klimawandel relevanten Gasen in der Erdatmosphäre wieder einen neuen Rekordwert erreicht. Der Weltklimarat (IPPC) prognostiziert in diesem Zusammenhang einen deutlich stärkeren Anstieg der Meerspiegel als bisher erwartet und warnt erstmals auch vor Nahrungsmittelknappheit aufgrund der Klimaerwärmung. Auch könne im schlimmsten Fall die Durchschnittstemperatur auf der Erde um bis zu 5 Grad steigen.

Obwohl diese ernst zu nehmenden Prognosen am Tisch liegen, und die meisten Staaten die Apelle der Wissenschafter wenig in Frage stellen, so bringen sie doch unterschiedlichste Argumente, ihre Klimaschutzbemühungen nicht weiter vorantreiben zu müssen.

Keine fixen Zusagen

China und andere Schwellenländer, die wohl am meisten Treibhausgase in die Atmosphäre ausstoßen sehen in erster Linie die etaplierten Industriestaaten in der Pflicht ihre Ausstöße zu reduzieren. Schließlich Sei es für die Weltwirtschaft wichtig, dass diese Länder schnell wachsen und in ihrem Wachstum nicht gebremst werden. Auch die US – Regierung spricht mittlerweile offen darüber, dass die Folgen des Klimawandels entschärft werden müssen, aber man wolle nichts überstürzen und könne noch keine konkreten Zusagen machen. Auch die EU – Staaten, vor einigen Jahren noch Vorreiter in Sachen Klima- und Umweltschutz wollen keine definitiven Zusagen über Einsparungen im CO2 Ausstoß treffen, eher werden vor Jahren getätigte Zusagen aufgeweicht.

Alles in Allem dürften wohl die großen Ergebnisse bei dieser Konferenz aus bleiben.

Wirtschaft über alles?

Die ganze Welt, oder besser gesagt große Teile von ihr redet in den letzten Jahren nur von der Wirtschaftskrise. Was man nicht alles tun müsse um die Wirtschaft stärker in Gang zu bringen – größeres Wachstum zu erzielen. Dabei sind die Themen Umwelt- und Klimaschutz deutlich in den Hintergrund gerückt – verständlicher Weise könnte man sagen, schließlich müssen wir alle Geld verdienen um leben zu können.

Ist das nicht genau verkehrt herum?

Zuerst brauche ich einen intakten Lebensraum, den kann ich dann bewirtschaften. – Das sehe zumindest ich so. Was hilft mir eine grenzenlos wachsende Wirtschaft, wenn ich keine Luft mehr zum Atmen habe. Natürlich könnten wir uns alle Sauerstoffflaschen mit reiner Atemluft kaufen, die wir dann tragen wenn wir ausser Haus gehen. Ja klar – ein neuer Wirtschaftszweig könnte entstehen. Die Wirtschaft könnte man geradezu entfesseln mit solchen Vorschlägen! – Oder?

fth

fth steht für Franz T. Hauser: ist Anfang 30 und lebt in der kleinen Oststeirischen Bezirksstadt Weiz. Er arbeitet freiberuflich an diversen Softwareprojekten und beschäftige mich nebenbei noch mit Dingen wie, "grünem" Lebensstil, guten Filmen, Politik und was sonst noch alles in seinem Gehirn herumgeistert ...

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