Gespaltenes Land, statt gespaltener Atome

Heute vor genau 35 Jahren, am 5. November 1978 fand in Österreich die Volksabstimmung zur friedlichen Nutzung der Kernenergie in Österreich statt. Was so sperrig klingt, war nichts anderes, als die Frage ob das bereits fertig gebaute Kernkraftwerk in Zwentendorf in Betrieb gehen soll.

Abstimmung

Die Bevölkerung Österreichs lehnte die Inbetriebnahme des Kernkraftwerkes mit einer knappen Mehrheit von 50,47 Prozent, bei einer Wahlbeteiligung von kanpp 60 Prozent ab. Wie viele Österreicher sich damals wirklich gegen ein Atomkraftwerk im eigenen Land aussprechen wollten und wie viele ihre Stimme einfach als politische Agitation sahen, kann im Nachhinein schwer beurteilt werden. Als sicher gilt jedoch, dass der damalige Österreichische Bundeskanzler Bruno Kreisky zurücktreten wollte, sollte das Kraftwerk nicht in Betrieb gehen. Natürlich kam es anders. Die Abstimmung ging gegen das Kraftwerk aus, aber Kreisky konnte bei der nächsten Wahl trotzden stark an Stimmen zulegen.

Diese Abstimmung war jedoch der erste Schritt der Anti – Atom – Bewegung in Österreich, die kurz darauf einen weiteren Erfolg für sich verbuchen konnte. Noch im selben Jahr wurde das Bundesverfassungsgesetz für ein atomfreies Österreich beschlossen. Verfassungsgesetzte können nur mit einer 2/3 Mehrheit gefasst, oder geändert werden.

Gesetz

Das Verfassungsgesetz für ein atomfreies Österreich besagt im Wesentlichen folgendes:

  • Es dürfen keine Kernkraftwerke gebaut oder in Betrieb genommen werden
  • Österreich muss Atomwaffen frei bleiben. Selbst der Transport durch das Staatsgebiet ist untersagt
  • Es dürfen in Österreich nur radioaktive Substanzen gelagert und transportiert werden, die für eine friedliche Nutzung, ausser zur Energiegewinnung dienen. (z.B. für medizinische Therapien, oder zur Forschung)

Spätestens seit dem Unglück im Ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl war dann aber ganz Österreich auf der Anti-Atom Linie und Volksabstimmungen zu diesem Thema würde wohl viel deutlichere Ergebnisse bringen als vor 35 Jahren.

 

fth

fth steht für Franz T. Hauser: ist Mitte 30 und lebt in der kleinen Oststeirischen Bezirksstadt Weiz. Er arbeitet freiberuflich an diversen Softwareprojekten und beschäftige mich nebenbei noch mit Dingen wie, "grünem" Lebensstil, guten Filmen, Politik und was sonst noch alles in seinem Gehirn herumgeistert ...

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