Ökobloggen

Es ist wieder Freitag, und ich möchte auch nach meiner Blogpause die Tradition fortsetzten, Freitags sofern es mir möglich ist am Webmasterfriday teilzunehmen; sprich einen Artikel zu dem vorgegebenen Thema zu verfassen.

Diesmal lautet das Statement zu Vorgabe:

„Viele Menschen in Deutschland haben ein umweltpolitisches Problembewußtsein. Sei es Energie, Ernährung oder Artenschutz, fast alles, was natürlich und gesund ist, liegt einer Mehrheit am Herzen. Aber hat das was mit Bloggen zu tun? Kann man ökologisch oder gesundheitsbewußt bloggen? Habt ihr mal darüber nachgedacht‚ oder vielleicht schon Maßnahmen ergriffen, um Euren Blog „natürlich und gesund“ zu betreiben? Oder spielen solche Überlegungen in der digitalen Welt keine Rolle? Hat schon mal jemand ein Zertifikat gesehen nach dem Motto: „Dieser Blog läuft atomstromfrei.“ oder „Für die Artikel dieses Blogs wurde kein Baum gefällt“‚ oder „Wer diesen Artikel liest, rettet ein Kaninchen“? Nein, sorry, die letzten Fragen waren eher lustig gemeint. Aber die Frage ist ernst gemeint: kann man „umweltbewusst“ bloggen?

Ich habe mir diese Fragestellung durchgelesen und muss gestehen, dass ich mit ihr, oder besser gesagt mit der Einleitung zur Frage ob man „umweltbewußt“ bloggen kann, sehr unglücklich bin.

Mehrheit für natürlich und gesund?

Auch wenn ich jetzt vielleicht bei vielen anecke, aber ich glaube bereits die erste These widerlegen zu können. Es stimmt sicher, dass jeder und jede Europäer und Europäerin weiß, dass Energie, Ernährung und Artenschutz wichtige Fragen und Probleme der Gegenwart und auch der Zukunft sind, aber liegen sie einer Mehrheit am Herzen? Wenn am Herzen liegen heißt, dass wir uns empören wenn wir Berichte von Lebendtier – Transporten sehen, dann ja, aber kaufen wir – und da glaube ich dass sich wir Österreicher nicht von Deutschen, oder anderen Europäern unterscheiden – deshalb wirklich nur Regionales Biofleisch, oder ernähren wir uns deshalb nur vegetarisch?
Sicher es gibt viele Menschen, die ein ökologisches Bewusstsein haben und auch danach handeln, viele sind auch auf dem Weg dorthin, sprich sie versuchen gerade ihr Leben in eben diese Richtung zu verändern, aber wenn ich so im Supermarkt in die Einkaufswägen sehe, dann glaube ich nicht, dass es sich um eine Mehrheit handelt die sich für eine gesunde Lebensweise einsetzt.

Ökologisches Bloggen ist möglich?!

Ja ich glaube, dass es möglich ist ökologisch zu bloggen – ABER – natürlich muss man bevor man dieser Aussage zustimmt einmal mit sich im Reinen sein, ob Informationstechnologie grundsätzlich ökologisch sein kann oder nicht.

Green IT

Das Schlagwort der „Grünen Informationstechnologie“ schwirrt nun auch schon einige Jahre umher, hat aber so meine ich nie so richtig den Durchbruch als solches geschafft. Ich will das hier in diesem Beitrag auch nicht sehr weit ausbreiten, da dafür ersten mehr Zeit zur Recherche notwendig wäre, aber es sicherlich auch den Rahmen hier sprengen würde.

Nur ein paar Schlagworte: Ein wichtiger Beitrag zu einer ökologischen IT ist der Strom. Je weniger Strom verbraucht wird, desto besser. Noch besser ist es wenn der Strom aus erneuerbaren Quellen stammt. Die Industrie versucht natürlich auch aus wirtschaftlichen Gründen immer stärker Stromsparende Servermodelle zu produzieren und auch Größen wie Google bauen Rechenzentren in Gegenden wo Solarzellen gute Wirkungsgrade erzielen, oder eine Kühlung der Rechenzentren mit möglichst geringem Stromaufwand möglich ist.
Neben dem Strom sind wohl die Rohstoffe für die Hardware der wichtigste Punkt um von einer ökologischen IT sprechen zu können. Auch hier tragen immer wieder Hersteller dem Wunsch der Konsumenten Rechnung und geben zumindest für Marketingzwecke an, wie toll sie nicht produzieren würden. Dass gerade solche Angaben schwer zu prüfen sind ist natürlich eine andere Sache, aber gut man kann auch zumindest einmal die Bemühungen loben.
Das dritte Schlagwort wäre für mich das Recycling. keiner von uns will mit 10 Jahre alten PCs arbeiten. Die Frage ist, was passiert mit den Alten Geräten? Wie werden sie wiederverwendet? Landen sie auf irgendwelchen Deponien? Oft werden sie in Ländern des Südens mehr oder weniger zerlegt und irgendwelche Konzerne verdienen groß an der Entsorgung.

Ich meine wenn ich die Grundsatzfrage, ob ich Informationstechnologie haben will mit ja beantworten kann und dann eben alles daran setze, dass sie möglichst energieeffizient und ressourcenschonend betrieben wird, dann kann ich davon sprechen, dass eine ökologische IT möglich ist.

Nachdem ich einer ökologischen IT als solches zugestimmt habe, kann ich mir jetzt noch Gedanken machen, wie ich ökologisch bloggen kann.

Zwei Schichten

Der eine Beitrag zu einem ökologischen Blog ist eben der technische. Ich suche mir einen Hoster der seine Server mit Ökostrom betreibt, ich schalte meinen PC aus wenn ich ihn nicht brauche und ich trinke fair gehandelten Biokaffee während des Schreibens. 😉

Die zweite Schicht in einem Blog ist die inhaltliche. Ich kann in meinem Blog immer wieder ökologische, oder soziale Themen aufgreifen. Diese zweite Ebene ist meines Erachtens genau so wichtig wie die technische. Es ist schön wenn alles mit Ökostrom läuft, aber wir Blogger wollen doch auch Themen unter die Menschen bringen, also muss man auch darüber schreiben.

Konklusio

Ja und jetzt bin ich doch wieder sehr glücklich, dass es heute um dieses Thema geht, schließlich haben wir nur einen Planeten, und den sollten wir unseren Kindern zumindest nicht schlechter hinterlassen als wir ihn selbst bekommen haben – Deshalb ist Ökologisch bloggen wichtig, richtig und sinnvoll!

fth

fth steht für Franz T. Hauser: ist Mitte 30 und lebt in der kleinen Oststeirischen Bezirksstadt Weiz. Er arbeitet freiberuflich an diversen Softwareprojekten und beschäftige mich nebenbei noch mit Dingen wie, „grünem“ Lebensstil, guten Filmen, Politik und was sonst noch alles in seinem Gehirn herumgeistert …

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1 Antwort

  1. 7. März 2014

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